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22.3.2005: Interview mit Oliver Fritsch Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest für den Weltbildverlag
Herr Fritsch, Sie sind Gründer und Geschäftsführer der Karriereberatungsgesellschaft VocationLab und nennen sich „Life Coach“. Was verbirgt sich hinter diesem neuen Anglizismus? Ziel meiner Arbeit als Life Coach ist es, meinen Kunden und Lesern zum Aufbruch in eine selbst gesteuerte, authentisch gelebte Gegenwart zu führen und ihnen bei Zielsuche, Neuorientierung und Umsetzung ihrer Ideen in die Praxis zu helfen. Wer seine Träume verwirklichen will, muss seine persönlichen Interessen klar formulieren können, sich von alten Abhängigkeiten befreien, Ängste und Unsicherheiten überwinden, notwendige Ressourcen und Gelder mobilisieren und nicht zuletzt ein starkes persönliches Netzwerk aufbauen. Als Life Coach unterstütze und begleite ich diesen Veränderungsprozess durch das Stellen wichtiger Fragen und einem fortlaufenden Dialog.
Sie leben in den USA, sind dort für zahlreiche Unternehmen tätig. Gibt es hierzulande keinen Markt für das Arbeiten an der eigenen Persönlichkeit? Hartz IV, der Abbau von Sozialsystemen und der Wegfall von materieller und staatlicher Sicherheit verlangen eine neue Denkweise, eine veränderte persönliche Einstellung und die Entwicklung neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten, die weit über das hinausgehen, was wir in der Schule gelernt haben. Dies geht nur über das Arbeiten an der eigenen Persönlichkeit. Der Erfolg meines “Alles Anders” Buches, über 1500 Eintragungen in der Webgemeinschaft und Kommentare in Hunderten von Einzelgesprächen beweisen, dass mein Thema „Visionen entwickeln – Ziele verwirklichen“ einen Nerv getroffen hat. Um den täglich größer werdenden Bedarf für unsere Dienstleistung zu decken, haben wir gerade eine deutsche Tochtergesellschaft gegründet, die auf Städte- und Gemeindeebene Life Coaching anbietet (www.alles-anders.com)
Ihr Buch orientiert sich an 15 zentralen Fragen, z.B. ob man nach einem Lottogewinn weiterhin zur Arbeit gehen würden. Was sagen Sie den 99% der Leser, die das verneinen? Erstaunlicherweise würden die meisten Leser nach einem Lottogewinn wirklich nicht mehr zum Arbeitsplatz zurückkehren, obwohl das Einkommen meistens stimmt. Stress, Machtspiele, Eintönigkeit und mangelnde Kreativität werden oft als Grund angegeben, warum sie ihre Arbeit nicht mehr ausstehen können. Viele Menschen bleiben auch der vermeintlichen Sicherheit wegen oder aus Angst vor dem Unbekannten dennoch im Job. Dies ist eine tragische Verschwendung wertvoller Lebenszeit, die meist nur durch Coaching und aktives Anpacken beendet werden kann.
Sie konfrontieren die meisten Ihrer Leser auch mit unangenehmen Wahrheiten, welcher Lerneffekt sollte idealerweise am Ende entstehen? Durch mein Buch wird vielen Lesern plötzlich bewusst, dass sie jahrlang anderen für Ihre Situation die Schuld zugeschoben haben. Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen – auch unbewusste - versetzen uns in eine Position der Machtlosigkeit, die sich wiederum durch einhergehende Depression und Krankheit verstärkt. Viele Menschen sind sich gar nicht mehr bewusst, dass Sie den Schlüssel zur Veränderung und zum eigenen Glück bereits in der Tasche haben. Ich helfe ihnen, den Schlüssel zu finden und ermutige sie zum Aufschließen.
Begleitend zu Ihrem Buch und den Seminaren gibt es ein Online-Angebot. Wie sind diese verschiedenen Kanäle miteinander verbunden? Ich wollte meinen Lesern nicht nur ein Buch in die Hand drücken und sie dann alleine ihrem Schicksal überlassen. Deshalb ist im Buch ist ein Onlinecode versteckt, mit dem man der „Alles Anders“ Internetgemeinschaft kostenlos beitreten kann. Leser können sich hier beim Durcharbeiten der Übungen vertraulich mit anderen Lesern austauschen und unterstützen. Das dieser Service eifrig genutzt wird zeigt die hohe Teilnahmequote und Schreibfreudigkeit der Leser: über 1500 Artikel wurden bereits geschrieben, viele neue Freundschaften geschlossen und viele Probleme bei der Veränderung gelöst.
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